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Der Leitzins der EZB bleibt im Keller

Europäische Zentralbank EZB

Europäische Zentralbank EZB

Die europäische Zentralbank (EZB) verärgert Sparer, doch gleichzeitig erfreut sie Häuslebauer oder solche, die es in den kommenden Wochen und Monaten werden wollen. Denn die Bank hat – wie von vielen Experten und Sachverständigen erwartet – den Leitzins nicht angetastet und ihn auf dem Niveau von 0,75 Prozent belassen. Seit Juli 2012 liegt der Wert nun bereits auf dieser Marke. Und der Rat der EZB in Frankfurt hat nun beschlossen, diesen Stand für die Euro-Zone fürs Erste auch zu behalten.

Wer ein wenig Geld auf der hohen Kante hat und dieses gern sparen möchte, den trifft die Entscheidung der EZB empfindlich, denn bei einem so niedrigen Zinssatz wie jetzt lohnt sich das Anlegen von Finanzen im Prinzip gar nicht mehr. Wer sich dagegen mit dem Gedanken trägt, ein Haus oder eine Wohnung zu kaufen, dürfte sich eher darüber freuen. Denn die Zinsen auf Hypotheken orientieren sich an der Höhe des Leitzinses der EZB. Für diesen Fall bedeutet das logischerweise, dass – einen weiterhin niedrigen Leitzins vorausgesetzt – die Hypothekenzinsen, die Zinsen für Kredite zum Bau einer Immobilie und die Zinsen für die Finanzierung von Bauvorhaben ebenfalls im Keller bleiben werden.

Für den teilweise überhitzten Haus- und Wohnungsmarkt in deutschen Großstädten wie etwa Berlin ist das allerdings keine gute Nachricht, denn wenn die Bauwut hier noch weiter zunimmt, steigen die Kaufpreise für Wohnimmobilien weiter an; das Zinsniveau spielt dabei keine Rolle. Und weil sich die Preise von Kaufimmobilien im Vergleich zu den Mieten in den letzten Jahren viel stärker in die Höhe entwickelt haben, sehen Experten bereits die ersten Anzeichen einer Blase am Horizont. Experten beurteilen die Entscheidung der EZB unabhängig von ihrer Bedeutung für den Immobilienmarkt unterschiedlich. Nach Ansicht einiger Sachverständiger halten sich Mario Draghi, der Chef der EZB, und sein Institut für den Beginn des kommenden Jahres sogar das Hintertürchen offen, den Zinssatz noch einmal herabzusetzen, dann auf ein Niveau von vermutlich 0,5 Prozent. Das dürfte die Kauflaune auf dem privaten Immobiliensektor noch einmal befeuern.

In diesen doch recht unsicheren Zeiten und bei diesem niedrigen Zinsniveau tragen viele Menschen ihr Geld gar nicht erst zur Bank – sondern investieren in ein Eigenheim. Da sich dieser Trend immer mehr verfestigt hat (und sich auch weiterhin verfestigt), gelten Immobilien-Investments inzwischen auch bei Anlegern als todsichere Sache. Laut einer Umfrage des Master-KAG-Anbieters Universal haben heute schon über 40 Prozent der Großanleger eine Immobilien-Rate von neun Prozent in ihrem Portfolio. Knapp die Hälfte dieser Investoren will diese Quote in den kommenden Jahren erhöhen. Auch der Kapitalmarkt setzt also ganz auf die rosigen Aussichten für die Immobilienbranche – bleibt nur zu hoffen, dass die Erwartungen nicht enttäuscht werden.

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