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Archiv für die Kategorie ‘Mietrecht’

Ungeziefer in der Mietwohnung

14. Juli 2012 Keine Kommentare

cc by fotopedia.com / Nicholas Hoizey

Ungeziefer in der eigenen Wohnung schadet der Gesundheit. Ein geringer Sch√§dlingsbefall (z.B. Ameisen, Motten oder Silberfische) kann schnell mit haushalts√ľblichen Sch√§dlingsbek√§mpfungsmitteln √ľber den Versandshop entgegengewirkt werden. Doch wenn die √úbelt√§ter (z.B. Milben, Fl√∂he) zu einer Plage werden, ist schnelles Handeln gefordert. Was ist in diesem Fall zu tun? Der Mieter muss den Vermieter umgehend schriftlich √ľber den genauen Zustand informieren. Der Vermieter erh√§lt in der Regel eine Frist von zwei Wochen, um den Mietmangel zu beheben.

Wann darf der Mieter die Miete mindern?

Ein Ungezieferbefall in einer Mietwohnung ist ein Mangel an der Mietsache. Kommt der Vermieter seiner Verpflichtung nicht nach, die Schädlinge innerhalb der gesetzten Frist zu entfernen, kann der Mieter seine Miete entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen mindern, bis die Wohnqualität wieder hergestellt ist.

Wann haftet der Vermieter f√ľr die Sch√§dlingsbek√§mpfung?

Die Kosten f√ľr die Beseitigung von Ungeziefer tr√§gt immer der Vermieter, wenn es sich bei der Sch√§dlingsbek√§mpfung um Instandhaltungs- bzw. M√§ngelbeseitigungskosten aufgrund von baulichen M√§ngeln handelt. Die Kosten darf der Vermieter in diesem Fall nicht auf die Mieter umlegen. Ist die Frist f√ľr die Ungezieferbeseitigung seitens des Vermieters abgelaufen, kann der Mieter eine Fachfirma selbst beauftragen und die Kosten dem Vermieter in Rechnung stellen.

Wann sind Kosten f√ľr die Sch√§dlingsbek√§mpfung umlagef√§hig?

Aufwendungen f√ľr die Beseitigung von Sch√§dlingen sind nur dann als Betriebskosten umlagef√§hig, wenn sie prophylaktisch, d.h. wiederholend und zum Nutzen f√ľr alle Mietparteien entstanden sind.

Wann tr√§gt der Mieter die Kosten f√ľr die Sch√§dlingsbeseitigung?

Grunds√§tzlich ist der Mieter einer Wohnung daf√ľr verantwortlich, seine Wohnung in einem sauberen Zustand zu halten. Kommt der Mieter seiner Verpflichtung nicht nach, und ist der Mieter nachweislich der Verursacher f√ľr den Sch√§dlingsbefall, muss der Mieter die Kosten f√ľr den Kammerj√§ger selbst tragen.

Kann ich mir als Mieter einen Naturpool bauen?

26. Juni 2012 Keine Kommentare

cc by fotopedia / Joi Ito

Das Wort Naturpool ist neueren Ursprungs. Es wurde erstmals im Jahr 2000 gebraucht und bezeichnet eine Mischung zwischen einem Schwimmteich, einem Badegew√§sser mit nat√ľrlicher Uferzone, und einem Swimmingpool, einem Schwimmbecken mit chemischer Wasseraufbereitung. Beim Naturpool wird das Wasser durch biologische Vorg√§nge gereinigt.

Wie ist das Nutzungsrecht deklariert?
Die Frage, ob man als Mieter einen Naturpool anlegen kann oder nicht, ist nicht einfach mit Ja oder Nein zu beantworten, sondern h√§ngt von den individuellen Umst√§nden ab. Es gibt sowohl Gerichtsurteile, die dem Mieter dieses Recht zusprechen, andere Urteile dagegen verweigern es. Bei der Beantwortung der Frage sollte man einige grunds√§tzliche Dinge beachten. Zum Beispiel ist es wichtig, ob der Garten, in dem der Naturpool errichtet werden soll, dem Mieter zur alleinigen Nutzung √ľberlassen ist oder ob er zur gemeinschaftlichen Nutzung f√ľr alle Mieter des Hauses vorgesehen ist.

Wie kann man sein Ziel erreichen?
Als erstes sollte man sich den Mietvertrag gr√ľndlich durchlesen, besonders die Klauseln zur Gartennutzung. Um Konfrontationen und Probleme zu vermeiden, sollte man unbedingt vor Beginn der Bauma√ünahmen das Gespr√§ch mit dem Vermieter suchen. Dabei wird man schnell erfahren, ob der Vermieter f√ľr oder gegen das Vorhaben ist. F√ľr einen Naturpool spricht zum Beispiel, das damit die Immobilie aufgewertet wird und eine hochwertige M√∂glichkeit der Freizeitgestaltung geschaffen wird. Dagegen spricht, dass eine solche Anlage fachm√§nnisch angelegt und gewartet werden muss, da sie sich sonst in einen √ľbel riechenden T√ľmpel verwandeln kann. Die meisten Bedenken werden Vermieter jedoch in Bezug auf den Zustand des Gartens haben. Sie wollen fast immer, dass der Garten bei Auszug des Mieters in den urspr√ľnglichen Zustand zur√ľckversetzt wird. Das Problem kann man jedoch l√∂sen, wenn man sich schriftlich zum sogenannten R√ľckbau bei Auszug verpflichtet. Au√üerdem sollte man sich schriftlich verpflichten, alle laufende Kosten zur Unterhaltung des Naturpools zu √ľbernehmen.

Lohnt sich eine solche Anlage √ľberhaupt?
Grunds√§tzlich gilt, dass man als Mieter nicht Eigent√ľmer des Pools ist. Man kann ihn zwar nutzen, muss ihn aber beim Auszug wieder r√ľckbauen. Eine Ausnahme w√§re eventuell dann gegeben, wenn sich der Nachmieter schriftlich bereit erkl√§ren w√ľrde, den Naturpool zu √ľbernehmen. Der Vermieter muss damit ebenfalls einverstanden sein. Zu Bedenken sind auch die nicht unerheblichen Kosten. F√ľr einen Quadratmeter Poolfl√§che kann man zwischen 100 bis 500 Euro einkalkulieren. Besteht der Vermieter beim Auszug darauf, den Naturpool zur√ľckzubauen, ist das Geld praktisch verloren. Am besten ist es, diese Fragen rechtzeitig zu kl√§ren. Es macht keinen Sinn, auf Konfrontationskurs zu gehen und das Recht auf einen Naturpool vor Gericht erstreiten zu wollen. Damit w√ľrde das Verh√§ltnis zwischen Mieter und Vermieter nur unn√∂tig belastet.

Was sollte man beim Naturpool beachten?
Ein Naturpool ist eine sch√∂ne Sache und kann in der warmen Jahreszeit viel Freude breiten. wichtig ist jedoch, dass man sich schon im Vorfeld mit dem Vermieter einig wird, um Probleme zu vermeiden. Besonders wichtig ist es vorab zu kl√§ren, was im Fall des Auszugs des Mieters geschehen soll. Man sollte sich auch dar√ľber im Klaren sein, dass ein solcher Pool erhebliche Kosten/a> sowohl beim Bau als auch beim Unterhalt verursacht. Ideal ist es, wenn man sich einen solchen Pool im eigenen Garten anlegt.

Tiere in der Mietwohnung: Wann Erlaubnis erforderlich?

13. März 2012 Keine Kommentare
cc by flickr/ warper

cc by flickr/ warper

Es ist immer wieder ein gro√ües Streitthema zwischen Mietern und Vermietern: Welche Tiere d√ľrfen in der Wohnung gehalten werden und wann muss man vor allem um eine entsprechende Erlaubnis fragen? Eine eindeutige Gesetzeslage gibt es dabei leider nicht, lediglich einige Urteile, auf die sich die einzelnen Parteien berufen k√∂nnen.

Gegen Kleintiere, die in K√§fig, Terrarium oder Co. Gehalten werden, kann ein Vermieter prinzipiell nichts sagen. Einzige Ausnahme bilden jedoch Exoten wie giftige Schlangen oder Spinnen. Wenn das Tier gef√§hrlich ist oder einfach nur in den Augen anderer als eklig angesehen wird, sollte der Vermieter um Erlaubnis gefragt werden, welcher nat√ľrlich auch seine Zustimmung verweigern kann.

Bei gr√∂√üeren Tieren, die frei in der Wohnung herumlaufen, wie Katzen oder Hunden, sollte man um Erlaubnis fragen. Generell muss der Vermieter dabei alle Mieter gleich behandeln. Er kann also nicht einfach einem Mieter eine Katze verbieten und sie einem anderen erlauben. Entsprechende Einschr√§nkungen m√ľssen im Mietvertrag geregelt sein. Ist keine entsprechende Klausel im Mietvertrag enthalten, hat der Vermieter auch kein Mitspracherecht bei der Haltung von Tieren.

Hausverbot gegen laute Besucher?

6. März 2012 Keine Kommentare
cc by flickr/ lisaclarke

cc by flickr/ lisaclarke

L√§rm geh√∂rt sicherlich zu den h√§ufigsten Ursachen von Nachbarschaftsstreit. Meist lassen sich solche St√∂rungen schnell durch ein Gespr√§ch beseitigen. Was jedoch, wenn der L√§rm immer dann auftritt, wenn ein bestimmter Besucher einen der Nachbarn besucht? Als Wohnungseigent√ľmerschaft darf man gegen diesen nicht einfach so ein Hausverbot verh√§ngen. Dies geht aus einem Urteil des Landgerichts Koblenz hervor, √ľber das die Fachzeitschrift ‚ÄěNJW-Rechtsprechungs-Report Zivilrecht‚Äú berichtet.

In dem konkreten Fall ging es um eine Wohnungseigent√ľmergemeinschaft, die sich durch den Besuch von einer bestimmten Person gest√∂rt f√ľhlte. Es handelte sich dabei um einen guten Freund einer Eigent√ľmerin, der nach Angaben der einzelnen Parteien regelm√§√üig f√ľr L√§rm im Haus verantwortlich war. Die Eigent√ľmergemeinschaft sprach gegen ihn schlie√ülich ein Hausverbot aus, gegen das sich die betroffene Eigent√ľmerin vor Gericht werte.

Die Richter waren am Ende der Ansicht, dass man nicht einfach gegen den Besuch eines Bewohners ein Hausverbot verh√§ngen k√∂nne, selbst dann wenn er im Verdacht stehe f√ľr L√§rm zu sorgen. Ein entsprechendes Verbot sei nur als allerletztes Mittel m√∂glich, wenn alle anderen Methoden ausgesch√∂pft seien. Letzteres konnte die Eigent√ľmergemeinschaft jedoch nicht nachweisen.

M√§useplage und Co.: Miete k√ľrzen, aber richtig

17. Januar 2012 Keine Kommentare
cc by flickr/ Ruud Hein

cc by flickr/ Ruud Hein

Werden in einer Mietwohnung M√§ngel entdeckt, dann haben Mieter das Recht die Miete entsprechend zu k√ľrzen. Niemals sollte man jedoch einfach die kompletten Mietzahlungen einstellen, denn sonst riskiert man die fristlose K√ľndigung. Solch ein Fall wurde vor dem Amtsgericht Frankfurt verhandelt.

Konkret hatte sich hier ein Mieter immer wieder √ľber M√§use in der Wohnung beschwert. Auch nachdem der Hausmeister zum wiederholten Mal entsprechende Ma√ünahmen versuchte, fanden sich noch L√∂cher, in denen die Nager hausten. Der Mieter stellte daraufhin die Mietzahlungen komplett ein, was den Vermieter zur fristlosen K√ľndigung bewegte.

Die Richter gaben der R√§umungsklage des Vermieters am Ende statt. Zwar gaben die Richter dem Mieter recht, dass M√§use ein hygienisches Problem darstellen und auch immensen Schaden anrichten k√∂nnen, so dass der Betroffene die Wohnung umfangreich renovieren muss. Doch, so lautete die Urteilsbegr√ľndung, sei eine M√§useplage kein Grund, die Zahlungen komplett zu verweigern. Der Mieter h√§tte sich √ľber den entsprechenden Prozentsatz, um die er die Miete h√§tte mindern k√∂nnen, informieren m√ľssen. In den Augen der Richter w√§ren hier maximal 20 Prozent angemessen gewesen.