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Artikel Tagged ‘Lärm’

Hausverbot gegen laute Besucher?

6. März 2012 Keine Kommentare
cc by flickr/ lisaclarke

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Lärm gehört sicherlich zu den häufigsten Ursachen von Nachbarschaftsstreit. Meist lassen sich solche Störungen schnell durch ein Gespräch beseitigen. Was jedoch, wenn der Lärm immer dann auftritt, wenn ein bestimmter Besucher einen der Nachbarn besucht? Als Wohnungseigentümerschaft darf man gegen diesen nicht einfach so ein Hausverbot verhängen. Dies geht aus einem Urteil des Landgerichts Koblenz hervor, über das die Fachzeitschrift „NJW-Rechtsprechungs-Report Zivilrecht“ berichtet.

In dem konkreten Fall ging es um eine Wohnungseigentümergemeinschaft, die sich durch den Besuch von einer bestimmten Person gestört fühlte. Es handelte sich dabei um einen guten Freund einer Eigentümerin, der nach Angaben der einzelnen Parteien regelmäßig für Lärm im Haus verantwortlich war. Die Eigentümergemeinschaft sprach gegen ihn schließlich ein Hausverbot aus, gegen das sich die betroffene Eigentümerin vor Gericht werte.

Die Richter waren am Ende der Ansicht, dass man nicht einfach gegen den Besuch eines Bewohners ein Hausverbot verhängen könne, selbst dann wenn er im Verdacht stehe für Lärm zu sorgen. Ein entsprechendes Verbot sei nur als allerletztes Mittel möglich, wenn alle anderen Methoden ausgeschöpft seien. Letzteres konnte die Eigentümergemeinschaft jedoch nicht nachweisen.

Lauter Mieter muss Mietminderung von anderen Parteien ersetzen

29. November 2011 Keine Kommentare
cc by flickr/ katerha

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Nachbarn, die stets laut sind, sind in Mehrfamilienhäusern besonders lästig. Wer jedoch ständig seine Nachbarn durch laute Geräusche belästigt, muss am Ende womöglich zahlen. Dies geht aus einem Urteil des Amtsgerichts Bremen hervor, auf das die Arbeitsgemeinschaft Mietrecht und Immobilien im Deutschen Anwaltsverein hinweist.

In dem konkreten Fall hatte ein Mieter seine Nachbarn über längere Zeit massiv durch laute Musik, Türenknallen und Geschrei gestört. Diese entschlossen sich daraufhin die Miete um 20 Prozent zu kürzen. Die Vermieterin kündigte daraufhin dem lärmenden Mieter und verlangte darüber hinaus, dass er die durch die Mietminderung entstandenen Kosten erstatte.

Der Fall landete vor Gericht und die Richter gab der Vermieterin Recht. Der Mieter habe ĂĽber längere Zeit den Hausfriede gestört und somit seine Pflicht verletzt. Daraus sei der Vermieterin ein finanzieller Schaden entstanden, den er nun in voller Höhe als Schadenersatz zurĂĽckzahlen mĂĽsse. Also, rĂĽcksichtsloses Verhalten kann auch hier teuer werden…

Ladenausbau im Mietshaus: Lärm muss ertragen werden

3. Mai 2011 Keine Kommentare
cc by wikimedia/ Christian Kazur

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Die meisten Mieter kennen das lästige Thema mit dem Krach durch Baustellen und Umbaumaßnahmen. Dies gilt natürlich auch, wenn sich in dem Haus ein Laden oder Ähnliches befindet, wo umgebaut und renoviert wird. Hier müssen die Mieter leider den Lärm akzeptieren, wie der Deutsche Mieterbund in Berlin mitteilt.

Jedoch dürften Mieter bei zu viel Dreck und Lärm auch die Miete kürzen. Die Höhe der Mietkürzung hängt vom Grad der Belästigung ab. Werde täglich nur eine halbe Stunde gebohrt, sei die Belästigung eher gering. Würden jedoch beispielsweise Wände eingerissen, sei die Intensität deutlich höher. Kürzungen können hier je nach Fall zwischen 10 und 40 Prozent der Miete betragen.

Werden durch die Baumaßnahmen Wasser- oder Stromleitungen beschädigt, müsse dies so schnell wie möglich repariert werden, denn eine Wohnung ohne Strom und Wasser gelte als vorübergehend unbewohnbar und die Mietkürzung könne dann bis zu 100 Prozent betragen.

Angekündigt werden, müsse ein solcher Bau nicht, jedoch ist es für den Vermieter natürlich ratsam die Mieter genau zu informieren und ihnen bei längeren Maßnahmen vielleicht im Vorfeld schon eine Mietminderung anzubieten, um sich späteren Ärger zu ersparen.