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Artikel Tagged ‘Mietminderung’

Mäuseplage und Co.: Miete kürzen, aber richtig

17. Januar 2012 Keine Kommentare
cc by flickr/ Ruud Hein

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Werden in einer Mietwohnung Mängel entdeckt, dann haben Mieter das Recht die Miete entsprechend zu kürzen. Niemals sollte man jedoch einfach die kompletten Mietzahlungen einstellen, denn sonst riskiert man die fristlose Kündigung. Solch ein Fall wurde vor dem Amtsgericht Frankfurt verhandelt.

Konkret hatte sich hier ein Mieter immer wieder über Mäuse in der Wohnung beschwert. Auch nachdem der Hausmeister zum wiederholten Mal entsprechende Maßnahmen versuchte, fanden sich noch Löcher, in denen die Nager hausten. Der Mieter stellte daraufhin die Mietzahlungen komplett ein, was den Vermieter zur fristlosen Kündigung bewegte.

Die Richter gaben der Räumungsklage des Vermieters am Ende statt. Zwar gaben die Richter dem Mieter recht, dass Mäuse ein hygienisches Problem darstellen und auch immensen Schaden anrichten können, so dass der Betroffene die Wohnung umfangreich renovieren muss. Doch, so lautete die Urteilsbegründung, sei eine Mäuseplage kein Grund, die Zahlungen komplett zu verweigern. Der Mieter hätte sich über den entsprechenden Prozentsatz, um die er die Miete hätte mindern können, informieren müssen. In den Augen der Richter wären hier maximal 20 Prozent angemessen gewesen.

Lauter Mieter muss Mietminderung von anderen Parteien ersetzen

29. November 2011 Keine Kommentare
cc by flickr/ katerha

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Nachbarn, die stets laut sind, sind in Mehrfamilienhäusern besonders lästig. Wer jedoch ständig seine Nachbarn durch laute Geräusche belästigt, muss am Ende womöglich zahlen. Dies geht aus einem Urteil des Amtsgerichts Bremen hervor, auf das die Arbeitsgemeinschaft Mietrecht und Immobilien im Deutschen Anwaltsverein hinweist.

In dem konkreten Fall hatte ein Mieter seine Nachbarn über längere Zeit massiv durch laute Musik, Türenknallen und Geschrei gestört. Diese entschlossen sich daraufhin die Miete um 20 Prozent zu kürzen. Die Vermieterin kündigte daraufhin dem lärmenden Mieter und verlangte darüber hinaus, dass er die durch die Mietminderung entstandenen Kosten erstatte.

Der Fall landete vor Gericht und die Richter gab der Vermieterin Recht. Der Mieter habe ĂĽber längere Zeit den Hausfriede gestört und somit seine Pflicht verletzt. Daraus sei der Vermieterin ein finanzieller Schaden entstanden, den er nun in voller Höhe als Schadenersatz zurĂĽckzahlen mĂĽsse. Also, rĂĽcksichtsloses Verhalten kann auch hier teuer werden…

Herbstanfang: Vermieter muss heizen

27. September 2011 Keine Kommentare
Herbstlaub cc by flickr/geraldbrazell

Herbstlaub cc by flickr/geraldbrazell

In so manchen Mietshäusern muss die Heizung vom Vermieter angestellt werden. Zum beginnenden Herbst weist daher der Mietverein München darauf hin, dass der Vermieter verpflichtet ist, im Herbst zu heizen. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn die Temperaturen sinken, so dass es in der Wohnung kälter als 20 Grad wird.

Laut dem Mietverein haben Vermieter die Pflicht bei kalten Temperaturen die Wohnung tagsĂĽber ĂĽber 20 Grad zu halten. Nachts reiche eine Temperatur von 18 Grad aus. Daher sei es erlaubt, dass die Wohnungen von 6 Uhr bis 23 Uhr beheizt werden.

Meist werde in den Mietverträgen eine Heizperiode vereinbart, die in der Regel am 1. Oktober beginne. Versäumt der Vermieter im Herbst die Heizung anzustellen, können Mieter für die Zeit des Ausfalls die Miete mindern. Fällt die Heizung an kalten Wintertagen sogar komplett aus und der Vermieter unternimmt nicht sofort etwas dagegen, könnten Mieter fristlos kündigen.

Blaue Tonne fĂĽr Papier fehlt: Kein Grund fĂĽr Mietminderung

23. Juni 2011 Keine Kommentare
cc by wikimedia/ Mussklprozz

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Wir Deutschen sind in Sachen Mülltrennung im europäischen Vergleich ziemlich weit vorne. So trennen die meisten brav ihren Müll in Papier, Plastik, Glas, Hausmüll und Co. Doch was, wenn der Vermieter die dafür gedachten Tonnen nicht bereit stellt? Laut einem Urteil des Amtsgerichts Hamburg-Blankenese, auf der der Deutsche Mieterbund hinweist, ist dies kein Grund die Miete zu mindern.

In dem konkreten Fall ging es um einen Mieter, der aufgrund einer fehlenden blauen Tonne für Papier die Miete mindern wollte. Die Richter erklärten dies jedoch für nicht rechtens. Laut Gesetz kann man die Miete nämlich nur für einen Mangel mindern, der zu einer erheblichen Beeinträchtigung führt.

Das Fehlen einer Papiertonne führe jedoch laut der Richter zu einer verhältnismäßig unerheblichen Beeinträchtigung. Die Konsequenz für den Mieter wäre in diesem Fall nur, dass er zur nächsten öffentlichen Sammeltonne gehen müsse oder aber eben das Papier über den Hausmüll entsorgen. Letzteres sei zwar gegen die umweltpolitischen Überzeugungen, aber eben nicht verboten.

Keine Mietminderung bei Feuchtigkeit im Keller

19. April 2011 Keine Kommentare
cc by wikimedia/ Machinenjunge

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Mit der Mietminderung ist das ja immer so eine Sache. Natürlich muss der Mieter für sein Recht einstehen und kann bei deutlichen Mängeln die Miete kürzen. Nur wann ein Mangel ein Mangel ist, sorgt in Deutschland immer wieder für Streitereien. So weist der Eigentümerverband Haus & Grund aktuell darauf hin, dass ein feuchter Keller kein Grund für eine Mietminderung ist. Dies geht aus einem Urteil des Landgerichts Berlin hervor.

In dem aktuellen Fall war der Keller eines Mieters so feucht, dass er nach eigenen Angaben dort keine Gegenstände lagern konnte. Deshalb zahlte er weniger Miete. Der Fall landete vor Gericht, doch die Richter sahen die Sache anders und verurteilten den Mieter zu einer Nachzahlung.

Der Hauptgrund dafür war, dass er die Feuchtigkeit im Keller nicht glaubhaft belegen konnte. Um die Miete zu kürzen, müsse ein Mieter genau nachweisen, dass die Feuchtigkeit besonders stark ist. Bei Altbauten müsse man beispielsweise mit einer gewissen Nässe und Feuchtigkeit rechnen. Nur in wirklich schwerwiegenden Fällen, die zudem noch belegbar sind, kann ein feuchter Keller also ein Grund für eine Mietminderung sein.